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Rechen-Checks: genau hinsehen

Ein Rechentest sagt, dass ein Kind Schwierigkeiten hat. Für die Förderung muss man wissen, was ihm fehlt und wie es denkt.

StatusdiagnostikPR 7Wo steht das Kind?Prozessdiagnostik„8 und 2 sind 10 …“Wie denkt das Kind?
Statusdiagnostik und Prozessdiagnostik

Wo steht das Kind – und wie denkt es?

Statusdiagnostik vergleicht ein Kind mit einer großen Gruppe. Das Ergebnis ist eine Zahl, etwa ein Prozentrang. Solche Tests sind sinnvoll für ein Screening, für Entscheidungen über Förderstunden und für Nachteilsausgleich.

Prozessdiagnostik fragt: Was hat das Kind verstanden, wo beginnt die Unsicherheit, welche Vorstellung fehlt? Das Ergebnis ist ein Bild vom Denken des Kindes – und die Antwort auf die Frage: Was braucht es als Nächstes?

Warum Tests für die Förderung wenig verraten

  • Sie messen das Ergebnis, nicht den Weg. Kind A zählt, Kind B rechnet – beide bekommen denselben Punkt.
  • Sie sagen, dass etwas fehlt, aber nicht was.
  • Sie sind Momentaufnahmen. Tagesform, Prüfungsangst und Zeitdruck treffen zählende Kinder besonders.
  • Sie sind selten. Förderung verändert das Denken von Woche zu Woche.
Diagnose im Gespräch

Beobachten, nachfragen, gezielt variieren

Das klingt aufwendig, ist es aber nicht. Jede Förderstunde ist zugleich Diagnose.

  1. BeobachtenBewegen sich Finger, Lippen, Kopf? Wie lange braucht das Kind?
  2. Nachfragen„Wie hast du das gemacht?“ – „Geht es auch anders?“
  3. Gezielt variierenEine ableitbare Aufgabe direkt nach ihrer Nachbaraufgabe stellen.

Leitfragen für die Beobachtung

  • Zählt das Kind bei Aufgaben bis 10? Bis 20?
  • Erkennt es Mengen bis 10 im Punktestreifen ohne Zählen?
  • Kennt es die Zerlegungen der 10 sicher?
  • Nutzt es Nachbar- und Verdopplungsaufgaben?
  • Kann es erklären, was die Ziffern in 34 bedeuten?
  • Wie geht es mit „2 Zehner und 15 Einer“ um?
  • Was passiert, wenn das Material abgedeckt wird?
Fehler als Fenster

Ein systematischer Fehler zeigt fast immer eine nachvollziehbare, nur eben unpassende Vorstellung. Ein Kind mit 90 Prozent richtigen Ergebnissen, das durchgängig zählt, ist auf lange Sicht stärker gefährdet als eines mit 60 Prozent und tragfähigen Strategien.

Die EHM-Rechen-Checks

Für Klasse 1 bis 3 – auf dem Tablet

Sie sitzen neben dem Kind und tippen an, was Sie beobachten: zählt, leitet ab, weiß. Die App misst die Antwortzeit. Am Ende stehen ein Profil der Bereiche und ein Elternbericht.

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Rechen-Check Klasse 1

Rechnet das Kind oder zählt es? Mengen, Zahlen bis 20, Zerlegungen, Plus und Minus.

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Rechen-Check Klasse 2

Denkt das Kind in Zehnern oder zählt es? Zahlen und Rechnen bis 100.

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Rechen-Check Klasse 3

Versteht das Kind Hunderter, Zehner und Einer? Zahlen und Rechnen bis 1000.

Zum Ausdrucken

Beobachtungsbogen „Zählt das Kind noch?“

Der Bogen ordnet die Beobachtungen in vier Bereiche: Mengenvorstellung, Zahlzerlegungen, Stellenwertverständnis und Rechenweg. Er ersetzt keine genaue Analyse, gibt aber einen schnellen Überblick. Kein Test – das Kind soll zeigen und erzählen, wie es vorgeht.